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Geschichte "Du hast einen von drüben geheiratet?" fragt man bis heute in Colnrade diejenigen, die ihre Ehepartner im Gebiet westlich, jenseits der Hunte, gefunden haben. Colnrade liegt an der Grenze zum katholisch geprägten Gebiet um Vechta, das Jahrhunderte lang vom Bischof von Münster beherrscht wurde. An den Kämpfen beteiligten sich auch Colnrader Bauern. So soll einer von ihnen, Berend Poppe, am 21. Dezember 1616 dabei gewesen sein, als im benachbarten Goldenstedt das Dach und die Gewölbe der katholischen Kirche zerstört wurden. Poppe soll dabei versucht haben, das hochhängende Kruzifix zu zerstören. Er kam nach der Überlieferung mit seinem Messer aber nur an die Fußsohle der Figur heran und zerstörte sie. Als er später in Gefangenschaft geriet, entzündete sich sein eigener linker Fuß und faulte trotz ärztlicher Behandlung ab. Früher gehörte das Dorf Rüssen zu Goldenstedt. So haben bis heute alteingesessene Rüssener ihre Begräbnisstätten in Goldenstedt, auch wenn sie evangelisch sind und zur Colnrader ev.-lutherischen Kirchengemeinde gehören. So sagt man bis heute über die Rüssener in Colnrade: "Sie gehören lebendig nach Colnrade und tot nach Goldenstedt". Heute ist Colnrade ein beliebtes Ausflugsziel in der Wildeshauser Geest, besonders für Radwanderer. Um die Kirche herum und auf dem Dorfplatz gibt es Tische und Bänke für eine entspannende Rast. Colnrade blieb aber immer evangelisch. Pastoren kamen und gingen, und so geht es bis zum heutigen Tag. |